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EWE BASKETS 2.0 – ATHLETIK, ENERGIE UND DEFENSIVE QUALITÄT
Evolution statt Neuanfang, so lautet die Ausgangssituation für die EWE Baskets vor dem zweiten Jahr unter Head Coach Pedro Calles. In der ersten Saison hatte der spanische Trainer erfolgreich ein neues System in Oldenburg installiert. Ein Team, das sich über Teamgeist, Energie und defensive Qualität definierte und über diese Identität nicht nur sportlichen Erfolg zurück in die Große EWE Arena brachte, sondern sich auch in die Herzen der Fans spielte.
Spätestens das TOP FOUR im Februar wurde zu einem „Turbolader der Begeisterung“, wie es Club-Boss Hermann Schüller in der Saisonanalyse ausdrückte. Das Team entschied das Halbfinale in grandioser Atmosphäre mit einem Comeback-Sieg gegen Ludwigsburg für sich und verlor erst das Finale gegen das an diesem Wochenende zu starke Bayern München. Auch in der BBL kehrten die Oldenburger in bekannte Gefilde zurück, sicherten sich den vierten Platz nach der Hauptrunde und den Einzug in die Basketball Champions League. In den Playoffs bewahrheitete sich, dass sich nicht alle Wünsche im ersten Jahr erfüllen konnten. Gegen Ludwigsburg zeigten sich Grenzen und Schwächen der Mannschaft, die in der Analyse in zwei, drei Schlüsselpunkten gefunden und in der Sommerpause ausgemerzt wurden.
Ein deutliches Plus an Athletik verordneten die Oldenburger sich und verpflichteten in allen Teilen des Kaders Akteure, die einerseits große Athletik und auf der anderen Seite eine für ihre Position gute Größe bieten. Drei Spieler stechen hier besonders heraus: Center Ebuka Izundu dürfte einer der athletischsten Center der BBL sein, könnte gerade im Pick&Roll hervorragend mit den Guards harmonieren. Deane Williams kommt vom Basketball Champions League-Sieger aus Bonn, wurde in der vergangenen Saison zum spektakulärsten Spieler der BBL gewählt, dürfte mit unzähligen Dunkings für Begeisterung sorgen und Siegermentalität mitbringen. Hinzu kommt mit Len Schoormann ein junger deutscher Guard, der nicht nur enormes Talent und Athletik kombiniert, sondern trotz seiner erst 21 Jahre bereits knapp 100 Spiele in der BBL absolviert hat.
Zudem wirkten die Oldenburger in den Playoffs zu abhängig von ihrem Spielmacher DeWayne Russell, der gerade nach Ausfällen wie denen von Rihards Lomazs und Alen Pjanic eine zu hohe Last im Scoring und kreativen Input für die Mannschaft leisten musste. Mit Charles Manning Jr. und Brekkott Chapman adressierten die EWE Baskets diese Lücke. Manning Jr. soll neben oder hinter DeWayne Russell auf den Guard-Positionen für zusätzliche Kreativität und Scoring sorgen, bietet mit der Mischung aus Größe (1,96 Meter) und Athletik ein seltenes Skill-Set auf den Guard-Positionen. Chapman wiederum ist ein Spielertyp, über den Coach Pedro Calles in der vergangenen Saison nicht verfügte. Der Forward bringt ein breites offensives Skill-Set mit, kann unter dem Korb agieren, besitzt einen verlässlichen Dreier und kann den Ball auch passen, kann somit auf den großen Positionen Offensive kreieren.
Und dann war da die niedrige Trefferquote von der Dreierlinie auf den Guard-Positionen, die Oldenburg durch die gesamte Saison begleitete. Mit Kyle Foster verpflichteten die EWE Baskets hier einen Spezialisten, der auf dem College und auch in Frankreich zu den herausragenden Distanzschützen zählte. Einen verlässlichen Distanzwurf bringt auch Lukas Wank mit, der von den EWE Baskets kurz vor Saisonbeginn verpflichtet wurde und die deutschen Positionen in der Tiefe noch einmal deutlich verstärkt.
-> Pedro Calles verglich unlängst im Interview mit dem Journalisten und Basketball-Blogger Torben Rosenbohm den Umbau des Kaders mit einem Computer, der neue Software benötige und den man updaten müsse. Einen Neustart hingegen wird es nicht geben, schließlich wird ungefähr die Hälfte des Kaders als Fundament des neuen Teams bleiben, darunter ein starker Kern.
Die wahrscheinlich bedeutendste Personalie des Sommers hieß allerdings DeWayne Russell. Der zum „Offensive Player of the Year“ der BBL gewählte Spielmacher verlängerte seinen Vertrag um gleich zwei Jahre und war damit eine der wenigen spielbestimmenden Figuren der Liga, die nicht den Weg ins Ausland nahm.
Neben Russell blieb ein starker Kern aus deutschen Spielern. Alen Pjanic und Norris Agbakoko machten in der vergangenen Saison große Sprünge in ihrer Entwicklung. Pjanic klopfte an die Tür der Nationalmannschaft, Agbakoko wurde im Sommer mit Einsätzen in der U23 des DBB belohnt. Max DiLeo und Kenneth Ogbe wiederum standen in der WM-Qualifikation sogar auf dem Parkett und besonders DiLeo ist als Energizer, Kapitän und verlängerter Arm des Trainers auf dem Spielfeld für die EWE Baskets unverzichtbar.
Insgesamt haben die Oldenburger also eine Mannschaft, die in den Bereichen, die zuvor als Schwachpunkte ausgemacht wurden, deutliche Fortschritte machen kann und dann erneut die Playoffs erreichen sollte. Im Idealfall gelingt dies über einen der ersten sechs Plätze, die einen direkten Spot garantieren. Die Plätze sieben bis zehn wiederum spielen in Play-Ins nach Vorbild der NBA zwei weitere Teilnehmer aus. Zudem gilt es, in der Basketball Champions League eine durchaus anspruchsvolle Gruppe zu überstehen.
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