Seit dem Start in 2016 hat sich die Basketball Champions League stetig weiterentwickelt. Sowohl auf dem Court als auch abseits des Courts. Worauf führen Sie diese Entwicklung zurück?
Da kommen einige Dinge zusammen. Zunächst sind da die FIBA, die nationalen Ligen und einige andere Shareholder, die das Ganze unterstützen. Es wird laufend in den Wettbewerb, in die Ressourcen investiert und das Team wird permanent erweitert. Alles in allem haben wir eine konsequente Fokussierung auf stetiges Wachstum. Das ist unsere Mission. Von Anbeginn haben wir immer gesagt: Das ist ein Marathon und kein Sprint. Nach nunmehr sieben Jahren sind wir überzeugt, die richtigen Maßnahmen eingeleitet und Fortschritte erzielt zu haben, um die BCL als eine der internationalen Top-Ligen zu etablieren.
Über 100 Clubs haben sich für kommende Saison beworben. Das sportliche Niveau der teilnehmenden Clubs für die kommende Saison scheint noch nie so hoch gewesen zu sein. Was macht die BCL so attraktiv für die Clubs?
Über die Jahre hinweg haben die Clubs erkannt, dass sie an einem Wettbewerb teilnehmen, der ihre Bedürfnisse erfüllt. Und sie spüren, dass der Fokus darauf liegt einen attraktiven Wettbewerb zu garantieren. Das gilt sowohl für das Sportliche auf dem Court, als auch für das Drumherum. Eine hilfreiche Infrastruktur, die ganze Promotion, der Aufbau von Partnerschaften mit den Clubs, um deutlich zu machen: Deren Spieler, deren Coaches und deren Fans stehen im Vordergrund. Dieses Signal kommt an: Wir kümmern uns um Eure Belange! Und es erfüllt uns mit großer Freude, wenn die Clubs jedes Jahr zurückkommen und wieder an einer BCL-Saison teilnehmen wollen.
Clubs profitieren nicht nur finanziell oder sportlich von einer Teilnahme in der BCL. Reichweiten-Steigerung im Zeitalter von Social Media ist mittlerweile in vielen Organisationen ein wichtiger KPI. Wie nehmen Sie die Erwartungshaltung der Clubs wahr?
Das ist ein Thema, wo die Clubs wirklich das ganze Bemühen und die Investitionen sehen konnten. Wir setzen sehr auf ein engagiertes Social-Media-Team. Das merkt man anhand der Mittel, die wir hier einsetzen und an unserem starken Commitment mit Blick auf diesen Bereich. Dieses Social-Media-Team ist sehr darauf bedacht, mit den Clubs zusammenzuarbeiten, damit zusätzlicher Inhalt entstehen kann, die Spieler mehr Aufmerksamkeit kriegen und die Leistungen der Clubs herausgestellt werden. Wir haben mittlerweile 2,6 Millionen Follower und mehr als 90 Millionen Views auf Social Media. Das ist das Ergebnis dieser großartigen Zusammenarbeit.
Die BCL setzt darauf, den Wettbewerb und den Sport für die Fans erlebbarer zu machen. So gibt es zum Beispiel ein Mic’d up-Format, über das man als Zuschauer mittendrin im Geschehen ist und das eine große Aufmerksamkeit generiert. Auf welcher Art von Content dürfen sich die Fans in Zukunft noch freuen?
Wir sind bemüht, immer ganz nah dran zu sein an den neuesten Trends und Entwicklungen. Unser Team versucht, stets innovativen Ideen umzusetzen. Daher dürfen sich die Fans auf viele kreativen Inhalte freuen, was auch von den Clubs sehr begrüßt wird.
In der kommenden Saison können die deutschen Fans BCL-Spiele wieder im TV sehen. Der neue Broadcaster Dyn steigt nicht nur mit der BBL, sondern auch mit der BCL in den deutschen TV-Markt ein. Wie wichtig ist Deutschland für die BCL?
Deutschland war schon immer ein wichtiger Markt. Nun haben wir dort einen neuen, langfristigen Partner. Nun haben wir gemeinsam mit der BBL die Möglichkeit, etwas zu kreieren, was wir „Die Heimat des Basketballs“ nennen. Das Wochenende gehört der BBL, Mitte der Woche ist die BCL im Fokus. Das sind ideale Voraussetzungen für alle Basketball-Fans, die nicht nur Live-Spiele konsumieren können, sondern darüber hinaus zusätzlichen Content auf allen Plattformen geliefert bekommen. Ein Spiel dauert zwei Stunden, aber nach der Schlusssirene ist es eben noch nicht vorbei.
Stichwort deutscher Markt: Die BBL und ihre 18 Clubs haben sich auf eine Zehn-Jahres-Strategie mit ambitionierten Plänen verständigt. Deutliche Budget-Steigerungen und auch eine deutliche Steigerung der Erfolge auf internationalem Parkett. Wie beurteilen Sie dieses Anliegen und was trauen Sie den deutschen Clubs in den nächsten Jahren zu?
Unmittelbar nach Bekanntgabe dieses Zehn-Jahres-Plans hat eine deutsche Mannschaft die BCL gewonnen. Aber davon abgesehen, haben wir wahrgenommen, dass die BBL eine klare Richtung einschlägt, um Basketball in Deutschland größer zu machen. In den letzten Jahren haben deutsche Clubs bereits Final Fours erreicht und zuletzt wurde mit Bonn ja zum ersten Mal ein deutsches Team BCL-Champion.
Die BCL tauscht sich in einer Art Arbeitskreis regelmäßig mit der NBA aus. Welche Erkenntnisse ziehen Sie aus diesem Austausch?
Diese Kooperation ist sehr nützlich. Die NBA macht einen hervorragenden Job für den gesamten Basketball. Wir arbeiten insbesondere mit dem NBA-Jugendprogramm zusammen, weil wir so etwas auch im Zusammenhang mit unseren Final-Four-Turnieren für Schulen und Basketball-Akademien in den jeweilen Städten veranstalten. Und die NBA hat auf diesem Gebiet hervorragende Coaches und technische Ausstattung. Von daher gibt es da ein gesteigertes Interesse bezüglich Kooperationen. Die NBA hat früh verstanden, dass die Bemühungen über das reine Spiel hinausgehen müssen, um ein größeres Publikum zu erreichen.
Was ist Ihre Vision von der Basketball Champions League, wenn Sie fünf Jahre in die Zukunft schauen?
Wir hoffen, dass wir in fünf Jahren eine veränderte Landkarte im europäischen Club-Basketball sehen werden und dass unser Ziel aus 2016, die europäischen Wettbewerbe zu reformieren, Realität geworden ist. Das bedeutet, dass es mehr Klarheit gibt über Terminkalender und Spielpläne. Das ist eine wichtige Voraussetzung, damit der Basketballsport weiter wachsen kann. Denn das ist meistens die erste Frage, die sich für Fans und Sponsoren stellt bezüglich Teilnahmen an und Zugang in Wettbewerbe. Dann haben alle Beteiligten eine klare Vorstellung davon, was sie in der BCL erwartet und wie sie davon profitieren können.